Helmtherapie bei Kopfdeformitäten im Säuglingsalter

Kopfformungshelme (auch Cranio-Orthesen genannt) korrigieren auf sanfte Weise lagebedingte Schädelasymmetrien wie Brachycephalus, Plagiocephalus oder Scaphocephalus bei Säuglingen.

Die Helmtherapie nutzt dabei das natürliche Wachstum des kindlichen Kopfes. Die individuell im 3D-Druck gefertigte Kopforthese übt dabei keinen Druck aus, sondern schafft gezielt Freiraum, sodass der Kopf in die gewünschte Form wachsen kann. Dadurch können bestehende Asymmetrien ausgeglichen werden.

Idealerweise beginnt die Therapie in den ersten zwölf Lebensmonaten. Nach einer kurzen Eingewöhnungszeit sollte das Baby die Kopforthese 23 Stunden am Tag tragen. Wie lange der gesamte Therapieverlauf andauert, ist individuell.

Die Herstellung erfolgt zunächst durch einen berührungslosen und vollkommen harmlosen 3D-Scan des Kopfes, der nur wenige Sekunden dauert. Diese innovative Technik verspricht eine optimale Passform des Helms. Anschließend wird der Helm im 3D-Druck gefertigt. Durch die 3D-Technologie ist der Helm besonders leicht und dank der Luftlöcher atmungsaktiv.

Die Helmtherapie ist sicher und gut verträglich. Das Baby gewöhnt sich meist schnell an das Tragen der Kopforthese und die ersten Erfolge sind oft schon nach wenigen Wochen sichtbar.

Ein lachendes Baby mit Kopfformungshelm liegt auf einem Bett und wird von seiner Mutter bespaßt.
Kopfformungshelm Talee (Foto: © Invent Medical)

Kopfschutzhelme bei erhöhter Sturzgefahr

Kopfschutzhelme werden bei Personen eingesetzt, die aufgrund von Erkrankungen ein erhöhtes Risiko für Stürze und Kopfverletzungen aufweisen. Dazu zählen beispielsweise Menschen mit Epilepsie, neurologischen Erkrankungen, Gleichgewichtsstörungen, motorischen Einschränkungen oder selbstverletzendem Verhalten.

Ziel der Versorgung mit einem Kopfschutzhelm ist es, das Verletzungsrisiko bei Stürzen, Anprallereignissen oder unkontrollierten Bewegungen deutlich zu reduzieren und dadurch schwere Kopfverletzungen zu vermeiden.

Unsere Kopfschutzhelme schützen nicht nur die empfindliche Schädeldecke, sondern je nach Konfiguration auch weitere besonders gefährdete Kopf- und Gesichtsbereiche, z. B. Stirn, Schläfen, Ohren, Wangen, Kinn und Nacken. Durch Einfassungen, zusätzliche Polsterungen und verstärkte Schutzelemente wird die Aufprallenergie abgefedert und die Belastung auf Knochen und Weichteile verringert.

Die Helme werden mittels berührungslosem 3D-Scan im 3D-Druck individuell und nach Indikation hergestellt. Durch die spezielle Druckstruktur und das verwendete Material sind die Helme sehr flexibel und leicht. Sie bieten bis zu 40 % mehr Aufprallschutz als herkömmliche Produkte.

Dieses Herstellungsverfahren ermöglicht eine präzise Passform bei gleichzeitig minimalem Gewicht, geringer Materialstärke und hoher Atmungsaktivität durch integrierte Belüftungsöffnungen.

Alle verwendeten Materialien sind kratzfest und können einfach mit haushaltsüblichen Mitteln gereinigt werden.

Postoperative Kopfschutzhelme bei Kraniektomie

Postoperative Kopfschutzhelme kommen nach einer Kraniektomie (Schädeldeckenentfernung) oder nach Kopf- bzw. neurochirurgischen Eingriffen zum Einsatz, bei denen die Schädeldecke geöffnet wurde. Durch eine individuell konzipierte Versorgung können leichte Stöße absorbiert und das Gehirn geschützt werden.

Unsere Helme werden je nach Indikation und Anforderung auf Grundlage eines berührungslosen 3D-Scans im 3D-Druckverfahren individuell und passgenau hergestellt. Die verwendeten Materialien lassen sich mit haushaltsüblichen Mitteln reinigen.

Links befindet sich ein 3D-gescannter Patientenkopf mit Kopfschutzhelm als 3D-Konstruktion, rechts der fertige 3D-gedruckte Helm in schwarz.
Patientenscan mit 3D-konstruiertem Kopfschutzhelm nach Kraniektomie